Karpaltunnelsyndrom: Symptome, Diagnostik und Behandlung

Was steckt hinter dem Karpaltunnelsyndrom? Erfahren Sie mehr über typische Beschwerden und die Möglichkeiten der Untersuchung und Behandlung.

9/21/20262 min lesen

Das Karpaltunnelsyndrom entsteht, wenn der Mittelnerv (Nervus medianus) im Bereich des Handgelenks durch Druck eingeengt wird. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung helfen, dauerhaften Nervenschäden vorzubeugen.

Zu beachten: Wird eine notwendige Behandlung zu lange hinausgezögert, können dauerhafte Schäden an den Nervenfasern entstehen; sogenannte axonale Schäden.

Symptome

Typisch sind Kribbeln, Taubheit oder das Gefühl, dass die Finger „einschlafen“. Betroffen sind vor allem der Daumen, der Zeige- und Mittelfinger sowie teilweise der Ringfinger.

Häufig wachen Betroffene nachts durch Schmerzen oder Taubheitsgefühle auf. Die Schmerzen können bis in den Arm ausstrahlen.

Im fortgeschrittenen Stadium: Zunehmende Taubheit, nachlassende Kraft, Feinmotorikstörungen – beispielsweise Schwierigkeiten beim Zuknöpfen – und sichtbarer Muskelschwund am Daumenballen sind möglich. Auch wenn die Schmerzen nachlassen, kann eine Nervenschädigung weiterhin bestehen.

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt durch eine fachärztliche neurologische Untersuchung sowie die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) und der Reizantwortzeiten:

  1. Bei einem Karpaltunnelsyndrom kann die sogenannte distale motorische Latenz verlängert sein: Die Reizantwort des Muskels tritt verzögert auf.

  2. Die NLG-Messung erfolgt durch kurze elektrische Reize. Die Untersuchung ist in der Regel gut verträglich, kann jedoch kurzzeitig unangenehm sein.

Behandlung: Der operative Eingriff – schnell und ambulant

Wenn konservative Maßnahmen wie Medikamente, Entlastung, Krankengymnastik und Nachtschienen nicht ausreichend helfen, kann eine Operation den Nerv nachhaltig entlasten. Bei ausgeprägter oder fortschreitender Nervenschädigung kann eine frühzeitige Operation erforderlich sein.

Operation: Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant ; Sie können am selben Tag wieder nach Hause.

Lokale Betäubung: Eine Vollnarkose ist meist nicht nötig. Der Eingriff kann häufig unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Das Prinzip: Das einengende Band (Retinaculum flexorum) über dem Karpaltunnel wird gespalten, um dem Nerv wieder mehr Raum zu geben und den Druck zu verringern.

Heilungsdauer: Die Hautwunde heilt meist innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab. Leichte Alltagstätigkeiten sind häufig schon früh wieder möglich. Wann die Hand voll belastet werden darf, hängt vom individuellen Heilungsverlauf und der Art der Belastung ab. Die Erholung des Nervs kann mehrere Wochen bis Monate dauern; bei fortgeschrittener Schädigung können Beschwerden zurückbleiben.

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